Die Wache muss das Boot in die richtige Richtung steuern und die Segel korrekt handhaben (hissen, runternehmen, reffen, trimmen). Segel ändern macht man in der Dunkelheit seltener, eben weil man so wenig sieht. Und die Wache muss natürlich Probleme vermeiden, wie Kollisionen mit anderen Booten, Bojen, Felsen.
Zum klassischen Steuern braucht man den Kompass, der geeignet beleuchtet sein muss, früher vielleicht mit Öllampe, heute mit LEDs. Das reicht eigentlich auch schon.
Hilfreich sind aber auch eine ganze Reihe weiterer Instrumente, die eine eigene Beleuchtung haben, wie ein Windmeter, das Windstärke und Windwinkel anzeigt. Dann gibt es heute noch haufenweise weitere Displays mit relevanten Informationen. Diese sind letztlich ein Computer Display, leuchten also auch, wie z.B. eine GPS Anzeige, möglichst mit unterlegter Karte.
Wichtig ist, das möglichst alle Instrumente rot-leuchtende Anzeigen haben! Das Problem ist, dass wir uns an die Dunkelheit erstmal gewöhnen müssen. Das dauert bis zu einer Stunde. Wenn man dann aber in weisses Licht blickt -- an ganz großes Problem sind insbesondere die beliebten Kopflampen an anderen Personen! -- muss man erneut die Eingwöhnung an die Dunkelheit durchmachen. In rotes Licht hingegen kann man schauen, ohne die Dunkelsicht zu verlieren! Selbst hohe Intensitäten roten Lichtes sind möglich. Warum das so ist erschliesst sich mir nicht, aber die Erfahrung bestätigt das vielfach.
Neben den Instrumenten vor sich muss man natürlich auch die Umgebung absuchen um sicher zu sein, nicht mit einem Boot/Schiff zu kollidieren. Diese kann man nur sehen, wenn diese auch ihre Beleuchtung anhaben, also die roten, grünen, und weissen Navigationslichter.
Heutzutage ist dies nicht mehr so wichtig, weil alle größeren Boote/Schiffe ein "AIS-System" an Bord haben. Dies ist ein UKW basierendes System, mit dem Infos über das eigene Boot (Größe, Art, Geschwiniidkeit, Kurs, etc...) weitergegeben werden. Und alle anderen können dies über ihren Display sehen, einschließlich Angaben, ob die Gefahr einer Kollision besteht, und wann diese stattfinden würde. Ist ungemein hilfreich!
Aber es gibt vor allem in Küstennähe immer wieder kleine Fischer oder auch Segeler, die kein AIS haben, und auch keine Navigationslichter setzen. Diese sind praktisch unsichtbar.Da hilft nur:
Be on Watch!
Anmerkung: Die englische "Watch" und die deutsche "Wache" bezeichnen in beiden Sprachen sowohl die Tätigkeit "auf Wache stehen", auf englisch "to stand one's watch", als auch die Personen, die diese Tätigkeit ausüben. Im Englischen klingt aber noch das "beobachten" mit durch, während das Deutsch sich auf "Wach sein" zu beschränken scheint.
Ob das historisch die richtige Ableitung ist, weiss ich nicht.
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