Beide Boote segeln nahezu unverändert; Rhea bleibt in Sichtweite am Horizont. Ankunft auf Horta am 11.5. scheint probemlos möglich zu sein.
Für die weitere Reise habe ich von Sailing-Classics nur mitgeteilt bekommen, dass auf der Chronos für mich kein Platz sei; Alternativen wurden nicht diskutiert. ????
Seit gestern abend regnet es. Nicht ein kurzer, wamer Schauer wie nahe Hawaii, sondern kalter Dauerregen. Dazu kommt noch ein gelegentlicher kalter Schwapp vom Meer, wo die Wellen mittlerweile sogar gelegentlich die 3m Marke knacken. Bewölkung 100%, Sonne nicht zu sehen, Wind ordentlich, gut zum Segeln.
Heute nacht gegen 1h ging eine Alarmanlage des Bootes an, und hörte nicht mehr auf. Sollte eigentlich ein Signal für alle sein, sich im Achterbereich einzufinden. Ich war die zweite Person; mehr kamen nicht. Der Käptn meinte aber, dass keine Gefahr bestünde; es sei nur ein Defekt an "der Hydraulik". Hmm. Wovon? Anscheinend sinken wir auch ;-)). Bin also zurück ins Bett.
Aber von Schlafen war keine Rede. Das Boot rollt fürchterlich. Ich glaube, ich hatte schon beschrieben, dass das Boot einen eher kleinen Kiel hat, was die Rollerei begünstigt.
Was nahe Antigua gut funktionierte, nämlich sich quer zum Boot über beide Betten zu legen, habe ich hier auch versucht. Aber damals waren wir auf Hart-am-Wind Kurs und das Boot lag zwar schräg, aber lag stabil schräg. Heute, mit Wind mehr achterlich (von hinten kommend), das Boot rollt von weit links-schräg, bis weit rechts-schräg. Liege ich dann quer zum Boot fühlt es sich an, als würden meine Eingeweide vom Hintern bis zum Hirn hin-und-her schlackern. Mehr als 10 min habe ich das nicht ausgehalten.
Liege ich längs zum Boot, kann ich mich an die Wand anschmiegen. Aber dann riskiere ich, bei der nächsten Roll-Richtungsänderung selber vom Bett zu rollen. Das vermeidet man, indem man - ganz unwillkürlich - alle Muskeln anspannt. Ich hab überall Muskelkater :-(. Oder indem ich ein Bein ausstrecke, und dann im rechten Winkel liege. Aber Schlafen ist dann kaum möglich.
Mit tiefem Seufzen denke ich an wunderschön engen Schlafkojen der Crew ...
Wer findet die Rhea in dem Blick durch das Bullauge? (Hint: fast genau im Zentrum)
2 Kommentare:
Uii, das ist ja ein Desaster!Jo, hier ist es schön kuschelig, windstill, nichts rollt hier und zur Zeit scheint auch die Sonne, aber ich denke, du als Segelfreund würdest trotzdem nicht tauschen wollen.
Also die Rhea ist ja so gut wie nicht zu erkennen.Wenn das Weitersegeln mit der Chronos nichts wird, dann ist dein trip ja ne Woche eher vorbei.
Ich wünsche euch guten Wind und weniger Regen.
Ros.
Uli, ich hoffe, dass die Querelen nun ein Ende haben und Du halbwegs gesund und ungebrochen die nächsten Ziele im Atlantik erreichst. Wir drücken Dir die Daumen und sind gespannt auf Deine Reportagen vom Verlauf Deines Törns.
Komm gut heim! Liebe Grüße und Mast und Schotbruch
H + P
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