Wir segeln auf Steuerboordbug hart am Wind genau nach Osten,. Das heißt, ich rolle wieder aus dem Bett, und der Wind kommt aus nördlicher Richtung. Er bringt Kälte mit. Mehrere Pullover sind schon hilfreich, und als Abschluss wenigsten die Jacke vom Ölzeug. Das ist für tagsüber.
Vor der kalten Nachtwache um 0400h hab ich gekniffen; es ist nahezu komplett bewölkt, so dass Planeten und Sterne unsichtbar sind, und auch der Sonnenaufgang, Steuern macht ohnehin der Autopilot - also, was soll ich draußen? Ja, man verweichlicht wenn man Tag für Tag umsorgt wird ;-)
Ich hab wieder eine Stunde am Steuerrad verbracht. Geht schon deutlich besser, aber da ist noch Raum für Verbesserung. Die grosse Masse des Bootes führt zu einem anderen Verhalten als bei kleineren Booten.
Delphine haben wir schon eine Weile nicht mehr gesehen; dafür gab es jetzt vereinzelt Walsichtungen, wenngleich die stets zu weit vom Boot entfernt waren und zu schnell vorbei gingen. Man sieht meist nur die Atmungsfontäne ("There she blows!") und vielleicht noch ein Stück vom Buckel. Ich habe sogar einmal die Schwanzflosse gesehen, d.h. der Wal tauchte wieder ab. Fontäne plus Schwanzflosse dauerte kaum mehr as 1 Sekunde. An fotographieren ist nicht zu denken.
Der Bootsingenieur Mariusz - für alles mechanische und elektrische zuständig - hat mir Motor und weitere Installationen gezeigt. Auf dem Bild liegt seine Hand auf dem 600 PS Hauptmotor. Der wird nur für den Antrieb genutzt.Den Strom erzeugen bis zu 3 Geneartoren; Im Bild unten links und mitte rechts sichtbar als verkapselte Aggregate. Die Leistung entspricht der Anschlussleistung von 2 Einfamilienhäusern.Hinter der Silberfolie im Hintergrund steckt der Dieseltank. Aber nur für den TAGESBEDARF! Der gesamte Vorrat ist 20 mal so groß und reicht je nach Motornutzung für ein bis zwei Monate. Er wird tief im Schiff in der Bilge gelagert.
Ein Teil des Stroms wird für die Meerwasserentsalzung per Osmose genutzt, gezeigt im zweiten Bild. Das entsalzte Wasser schmeckt ok. Es hat insebsondere nicht den "Tank-Geschmack" von Wasser, dass in einem Stahltank gelagert wird. Auch das ist trinkbar, wird aber nur für Waschbecken, Dusche etc genutzt.
Die Geräusche der Generatoren sind kaum wahrnehmbar. Der große Motor hingegen schon, aber er ist leise genug, dass man schlafen kann. Da er auch noch sehr gleichmäßig läuft, nimmt man den Motor nach einer Weile nicht mehr wahr.
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