Donnerstag, 2. Mai 2019

Der Wind frischt auf

Zum Badestop wurden die Segel heruntergenommen damit das Boot nicht davonschwimmt, wenn Gäste und Mannschaft im Wasser sind ;-) Wär ja echt peinlich.

Der Wind war aber auch so gut wie weg beim Badestop. Anschliessend gingen die Segel wieder hoch. Interessanterweise dann aber auf der anderen Schiffseite! Bisher sind wir ab Antigua nur auf Backbordbug gefahren, jetzt fahren wir erstmals auf Steuerbordbug. Effektiv haben wir eine Wende gefahren. Es fiel nur nicht auf, da wir das mit einem Segel-runter-und-rauf Manöver machten.

Ich habe damit eine Wette mit dem Steuermann gewonnen - ich sagte die Wende für den Nachmittag voraus, und er sah sie erst Tage später! Das Bier werde ich aber erst auf Madeira trinken können, da die Mannschaft für den ganzen Trip - egal ob sie auf Wache/Dienst sind oder nicht - striktes Alkoholverbot hat. Macht Sinn. Ist mir auch von den Pacific Cups vertraut, da man ja nie weiss, ob man nicht nachts raus muss für irgendwelche Manöver.

Der Koch bringt weiterhin Glanzleistungen. Sollte ich nochmal mit Sailing Classics fahren, dann sollte dieser Koch dabei sein!

Der Wind hat jetzt deutlich aufgefrischt. Heute nacht - ich bin wieder zur 4h-Wache zugestossen - haben wir noch das letzte Segel, den Fisherman, gesetzt, und dann den bisherigen Rekord von 11.3 kn Bootsgeschwindigkeit gefahren! Der Wind ging etwas später bis auf über 30 kn hoch (Windstärke 7; ist kräftig, aber auf dem Ijsselmeer sind wir schon bei Böen bis 8 unterwegs gewesen) und das Fisherman kam wieder runter. Zu viel Wind mag die Rhea nicht.

Die Wellen sind immer noch niedrig; unter einem Meter. Dazu kommt eine lange Dünung von etwa derselben Höhe. Das ist weniger, als ich erwartet hatte. Bisher ist der Atlantik noch pazifischer als der Pazifik!

Seekrank ist bisher noch keiner geworden. Inzwischen hatten wir uns aber auch an die Bootsbewegungen gewöhnt, und konnten von vorne bis hinten laufen, ohne uns überall anzuklammern. Das ist heute wieder anders geworden; festhalten ist wieder in Mode gekommen!

Von dem ursprünglichen Kurs "Geh nach Norden, dreh nach rechts" haben wir den ersten Teil abgearbeitet. Wir sind in einer großen Kurve "nach rechts", und haben in Kürze den Breitengrad von Madeira erreicht. Dann geht es noch etwas nach Norden, weil wir dadurch besseren Wind haben werden, und am Ende wieder zurück. Ich gehe nach wie vor von einer pünktlichen Ankunft aus.

Der Himmel ist zwar immer bewölkt, aber nachts können wir doch öfter einige Bereiche des sternenhimmels sehen. Das Bild anbei zeigt um ca 5h den Mond, und links davon, oberhalb der Wolke, die Venus. Ist ein bisschen verwackelt, da es doch recht dunkel ist, und lange Belichtungszeit erfordert. Mit Sonnenaufgang war nichts, dichte Wolken am Horizont blockierten alles.

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