Freitag, 17. Mai 2019

Der letzte Segeltag

Von wegen "Die Eisheiligen sind vorbei"; die sind offensichtlich alle vor die Küste von Portugal gezogen! Ich hab mir gestern zum ersten Mal die langen Unterhosen angezogen. Wer auf Deck ist, hat jetzt typischweise sein komplettes "Ölzeug" an. Ich beschränke mich noch auf die Jacke. Aber Frühsommer geht anders.

Dazu kommt, dass wir "hart-am-Wind" Kurs fahren. Der tatsächliche Wind wird also noch durch den Fahrtwind verstärkt, während das Boot ordentliche Schräglage hat. Ich schlafe trotzdem ganz gut; jedenfalls solange wie es mir gelingt, mich an der Matraze festzukrallen, um nicht rauszufallen. Praktischweise werde ich automatisch daran erinnert, mich festzukrallen, sobald ich es einmal vergesse :-((.

Die Wellen sind noch sehr moderate 1m, aber überlagert auf einer langen Dünung, die nochmal 2m, gelegentlich auch 3m beiträgt. Die Chronos nimmt das locker. Jedenfalls meistens. Manchmal aber überlagern sich die Wellen dergestalt, dass sich vor dem Boot ein Loch auftut, in das das Boot krachend hineinfällt. Der ganze Bootskörper zittert, und die normale Bugwelle wird dann zu einem Mini-Tsunami, und das Boot wird ein weiteres Mal gut geduscht.

Gut dass wir "1st Mate" (1. Offizier) Joan an Bord haben, der gelegentlich einige nautische Lektionen gibt. Hier z.B. zum Wetter. Das Klassenzimmer ist der offene Bereich vor dem Steuerstand. Der Wind pfeift ungehindert hindurch. Vor Antigua war das ein schöner Sitzbereich, aber derzeit drängt sich niemand um die Plätze.

Noch 60 Meilen sind zu fahren; die Ankunft wird am frühen Abend des 17.5. sein. Aber "Lissabon" war eine etwas großzügige Beschreibung des Ankunftsortes. Tatsächlich ist es Cascais, ein Hafenort etwa 30km westlich von Lissabon. Am Samstag werden wir ausschiffen, und - vermutlich per Taxi - nach Lissabon in das Hotel in der Altstadt fahren, welches Rositha (meine bessere Hälfte) gebucht hat. Sie selber wird wohl schon heute in Lissabon ankommen.

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